Chili und Paprika

 

 

 

Standort/Substrat

 

Chili und Paprika kann sowohl im Kübel, als auch im Freiland erfolgreich kultiviert werden, wenn einige Grundvoraussetzungen vorliegen:

Bringen Sie die Pflanzen jedoch erst ins Freiland, wenn keine Nachtfrostgefahr mehr besteht.

Da Chili und Paprika ursprünglich in Süd- und Mittelamerika beheimatet sind, lieben die Pflanzen einen sonnigen und etwas windgeschützten Platz; etwa vor einer Hauswand, Mauer oder Hecke in Südausrichtung.

Als Kübelsubstrate sind alle gängigen nährstoffreichen und durchlässigen Topferden

einsetzbar.

Im Freiland sollte der Boden ebenfalls humos und nährstoffreich sein, was durch Zugabe von Kompost oder verrottetem Mist sowie organischen Düngern, wie z.B. Hornspäne, Oscorna, Cuxin u.ä. erreicht wird.

Flüssiges Nachdüngen während der Sommermonate alle 1-2 Wochen führt zu kräftigem Wachstum und höherem Fruchtansatz. (Guano, Tomatendünger)

Bei starkwüchsigen Sorten empfiehlt sich ein Holz- oder Bambusstab, an dem

die Pflanze 1-2 x  aufgebunden werden kann, sobald eine Höhe von ca. 20 cm

erreicht ist. Kleinere Sorten benötigen meist keine zusätzliche Stütze.

Chili und Paprikapflanzen müssen nicht entspitzt oder ausgegeizt werden, wie

z.B. Tomaten, da die Verzweigung hier erwünscht ist und den Ertrag bestimmt.

Während der Vegetationsperiode von Mai bis September/Oktober sollten die

Pflanzen regelmäßig ausreichend mit Wasser versorgt werden; ein gelegentliches

Austrocknen wird aber dennoch meist gut überstanden.

Sobald sich die ersten Früchte ausgefärbt haben (je nach Sorte rot, gelb, schwarz,

orange oder braun), können sie geerntet werden, was den zusätzlichen Fruchtansatz

und damit den Gesamtertrag erhöht. Anders, als bei Tomaten können jedoch

Chilis und Paprikas auch in grünem, also unreifem Zustand geerntet werden,

wobei die Schärfe dann meist noch nicht so stark ausgeprägt ist, allerdings das

fruchtig-süße Aroma verschiedener Sorten erst bei der Reife erreicht wird.

Die erste sich entwickelnde Blüte kann entfernt werden, damit die Pflanze schneller

weitere Blüten bildet; einen Einfluß auf den Gesamtertrag hat dies aber nicht.

Sofern die Pflanzen im Zimmer, im Gewächshaus oder Wintergarten kultiviert werden, ist für eine gute Lüftung zu sorgen, damit eine ausreichende Bestäubung

durch Insekten möglich ist.

Sobald im Herbst die ersten Nachtfröste drohen, sollten ausgepflanzte Sorten

abgeerntet werden bzw. im Kübel kultivierte Pflanzen ins Haus geholt werden,

damit die grünen Früchte noch nachreifen können. Eine Überwinterung der Pflanzen

ist nach kräftigem Rückschnitt bei den meisten Sorten in einem kühlen, hellen Raum

möglich, aber nicht immer sinnvoll, da der Ertrag im ersten Anbaujahr stets am größten ist.

Daher ist es meist einfacher, ab Januar/Februar durch Aussaat neue Pflanzen

im Topf am warmen Zimmerfenster heranzuziehen.

 


 

Basilikum...

 

...nein, ein winterhartes gibt es nicht und wird es wohl auch nicht geben, denn die Pflanzen stammen aus tropischen Gebieten Indiens, Afrikas und Südamerikas und lieben daher Wärme.

Bringen Sie Ihr Basilikum daher erst nach den letzten Nachtfrösten Mitte Mai ins Freie an einen sonnigen Platz. Unter solchen Bedingungen bildet es dann auch viele seiner unvergleichlichen Aromastoffe aus, die nicht nur unsere Nase verwöhnen, sondern auch gut mit den unterschiedlichsten Speisen, wie Tomaten, Käse, Pizza, Fisch, Geflügel, Pilzen, Obst und Gemüse  harmonieren.

Die Bezeichnung „Basilikum“ stammt vom griechischen Wort „basileus“ = König

und zeigt die Wertschätzung der Pflanzen seit alters her.

Die Art Ocimum tenuiflorum (syn. O. sanctum) wird in Indien als heilige Pflanze der Göttin Lakshmi, der Frau des Gottes Vishnu verehrt, der für die Erhaltung der Welt verantwortlich ist. Es wird dort „Tulsi“ genannt (= unvergleichlich). Diese Pflanze hat wirklich besondere therapeutische Eigenschaften, vor allem die Senkung des Blutzuckerspiegels. Es wird auch bei Fieber Bronchitis, Asthma, Stress und Geschwüren angewendet.

Neben seiner berühmten Küchengeschichte hat Basilikum auch eine traditionelle Bedeutung in der Medizin. Es hat sedative und krampflösende Eigenschaften, die es

zu einer ausgezeichneten Verdauungshilfe macht. Ebenso ist es wirksam bei Nervenbeschwerden,  Kopfweh, Migräne, Schwindelanfällen und Koliken.

Im Fernen Osten wird Basilikum als Hustenmittel benutzt; es wirkt durch seinen Gehalt an ätherischen Ölen entzündungshemmend.

Diese ätherischen Öle sind es auch, die das unvergleichliche Aroma bilden und die verschiedenen Sorten weisen unterschiedliche Anteile von Eugenol (Nelke),

Estragol (Anis), Linalool (Flieder, Orangenblüte), Citral (Zitrone), Cineol (Eucalyptus), Lineol (Salbei), Geraniol (Rose), Thymol (Thymian), Caryophyllen (Oregano) sowie Zimtsäuremethylester (Zimt, fruchtig) und Kampher auf.

Basilikum sind krautige oder leicht verholzende Kleinsträucher, die entweder einjährig sind oder auch überwintert werden können, wenn sie genug Licht und Wärme bekommen. Dazu brauchen diese Sorten Temperaturen von mindestens 18°C und ein sonniges Südfenster. Im Winter weniger gießen, aber trotzdem ab und zu etwas düngen. Zu diesen Sorten zählen das Afrikanische Basilikum, Provence-Basilikum, Zypern-Strauchbasilikum, Rotes Buschbasilikum, Heiliges Basilikum (Tulsi), Pesto Perpetuo, eine weißbunte Neuzüchtung, die keine Blüten bildet und sich durch kräftiges Wachstum und starke Verzweigung auszeichnet sowie auch alle neuen Sorten der Elfenkräuter-Serie.

Dennoch sind Basilikum-Pflanzen eher kurzlebig und nicht wie Stauden oder

Gehölze über Jahre hinweg überlebensfähig.

Bei allen übrigen Sorten empfiehlt es sich, die Blüten ständig abzuernten, was die Verzweigung und das Blattwachstum anregt. Streifen Sie die Blüten mit drei Fingern vom Stiel ab und streuen sie über Tomatensalat oder einen Mozzarella-Teller - eine köstliche Augenweide ! Zupfen sie niemals nur die Blätter ab, denn sonst verkahlen

die Pflanzen und werden schwach. Am besten erntet man immer ganze Triebspitzen oberhalb eines Blattpaares, aus dessen Achseln sich dann neue Zweige entwickeln.

Basilikum zählt aufgrund seiner Schnellwüchsigkeit zu den nährstoffbedürftigen Kräutern, sodass sie in kräftige, stickstoffreiche Kompost- oder Kräutererde gepflanzt werden sollten.

Bei der Aussaat muss beachtet werden, dass Basilikum Lichtkeimer sind, d.h.

die Samen nicht mit Erde bedecken und gleichmäßig feucht halten. Sobald die

kleinen Sämlinge neben den Keimblättern das erste Blattpaar gebildet haben, sollten

sie pikiert werden.

Während der Hauptwachstumszeit im Sommer für ausreichend Feuchtigkeit sorgen und alle 2-3 Wochen mit einem organischen Stickstoffdünger nachdüngen (Guano, Vinasse, Hornmehl), was sich sehr gut auf das Wachstum auswirkt.

Sollte Ihr Basilikum dennoch einmal von Blattläusen oder Spinnmilben befallen

werden, so können Sie diese mit Nützlingen erfolgreich bekämpfen, z.B. mit

Florfliegenlarven (Chrysoperla carnea der Fa. Sautter & Stepper, www.nuetzlinge.de).

Ansonsten liebt Basilikum viel Sonne und einen windgeschützten Platz im Garten oder auf der Terrasse. Stauende Nässe oder Dauerregen mögen die Pflanzen überhaupt nicht.

Mit solcher Pflege können Sie Basilikum bis zum Frost ernten und vielleicht auch bis ins nächste Jahr bringen. Sollte Ihre Pflanze zu groß zum Überwintern auf der Fensterbank geworden sein, so schneiden Sie spätestens im September

einige 5 cm lange Triebe ab, die in einem Glas Wasser schnell neue Wurzeln bilden. Solche dann getopften Jungpflanzen sind meist wüchsiger und einfacher zu überwintern, als ein großes Strauchbasilikum.